DIE INSEL DER VIELFALT

Wer in Sizilien landet, verlässt den Kontinent

Wer in Sizilien landet, verlässt den Kontinent - so sagen es die Sizilianer.
Und ganz so falsch liegen sie mit Ihrer Meinung nicht.
Denn irgendwie scheint auf der größten Mittelmeerinsel alles anders zu sein.

Das Land, dessen einzigartige Jahrtausende alte Geschichte und Küchenkultur geprägt ist
wie kein anderes von afrikanischen, orientalischen und europäischen Einflüssen.

Begleiten Sie uns auf dem Rad durch ein Land,
das mit seinen Kontrasten wohl einmalig in Europa ist.

WAS FÜR EINE INSEL

Überrascht werden Sie sicherlich zuerst von der gewaltigen Dimension sein: auf einer Fläche von 25.708 Quadratkilometern erstreckt sich die größte Mittelmeerinsel.

Der Vergleich zu Mallorca macht den Unterschied. Sizilien steckt Mallorca gleich mehrmals in die Tasche. Um genau zu sein: sieben Mal. Eine Autofahrt von der Ost- zur Westküste dauert etwa vier Stunden und die Küstenlänge beträgt 1.152 Kilometer.

Das afrikanische Festland ist von der Südspitze Italiens gerade mal einen Steinwurf entfernt. Nur 145 Kilometer - da liegt Tunis näher als Rom.

SONNE, MEER UND RAD

Wer seinen Radurlaub in Sizilien verbringt, der ist auf Sonne gepolt.
Nicht zu unrecht, denn die größte Insel im Mittelmeer gehört zu den sonnigsten Gebieten Europas. Im statistischen Mittel scheint sie an 2.500 Stunden im Jahr.

Ab November werden die Orangen geerntet, ab Januar sind die Zitronen dran. Ende Februar blühen die Mandeln und Anfang April sind die Erdbeeren reif.

Bei soviel Wärme macht dann auch das Rad fahren Spaß.

FEUERWERK DER NATUR

In den Frühjahrsmonaten März und April steht die Natur in voller Blüte. "Gelb" ist die charakteristische Hausfarbe Siziliens. Die Zitronenbäume tragen immer gelb, denn Blüte und Frucht sind gleichzeitig anzutreffen.

Halten wir es mit dem Sizilien-Freund Goethe, der es auf den Punkt brachte: „Im Frühjahr zum Staunen, im Herbst zum Genießen.“

Wenn bei uns zu Hause noch Matsch- und Schmuddelwetter regiert, ist Sizilien bereits in ein Meer von Blüten getaucht.

RADKULTUR PUR

Es gibt sicherlich wenige Regionen in Europa, die eine solch perfekte Mischung aus Radsport und Kultur bieten.
Als Brücke zwischen Europa und dem Morgenland, zwischen Okzident und Orient, ist Sizilien seit 3000 Jahren heiß begehrt.

Der Begriff Radkultur erreicht in Sizilien und speziell bei uns im Südosten eine besondere Dimension. Seit 2002 zählt das Val di Noto mit seinen acht spätbarocken Städten zum UNESCO-Weltkulturerbe. Städte wie Modica, Ragusa, Noto, Scicli oder Palazzolo sind Zeitzeugen einer einzigartigen Epoche in der Geschichte Siziliens.

SIE LIEBEN RADFAHRER

Radfahrer genießen auf Siziliens Straßen einen Sonderstatus. Kein Wunder, denn der Radsport zählt neben Fußball und Formel 1 mit Ferrari zu den drei Top-Sportarten. Und da der Giro d´Italia von Zeit zu Zeit auf Sizilien Halt macht, bleibt das Feuer unentwegt am Lodern.

Auf Sizilien hat man vollstes Verständnis für die Pedaleure, auch dank der vielen einheimischen Radler. Nicht selten haben die Autofahrer noch Zeit für einen netten Wink und aufmunternde Worte. Und dass an Kreuzungen auch mal der Verkehr ruht, wenn Radfahrer kreuzen, ist auf Sizilien normal.